BABA, Sai

Aus: Magic Minds, Miraculous Moments,

von Harry Edwards.

Es gibt hiervon auch eine englische Version.


Baba Sai wurde am 26. November 1926 als Satyanarayana Raju in Puttaparti, Indien, geboren. Schon früh wurde deutlich, daß bei diesem Jungen etwas "anders" war. Während seiner Schulzeit war er bei den anderen Kindern sehr beliebt, weil er die seltsame Fähigkeit besaß, aus leeren Tüten Süßigkeiten hervorzuzaubern. Als er ungefähr dreizehn Jahre alt war, geschah etwas, das seinem Leben eine Wende gab und ihn auf den Weg zu einem Heiligen führte. Manche sagen, daß er von einem Skorpion gestochen wurde, andere, daß er nach einer mysteriösen Krankheit in ein Delirium versank. Wie auch immer, er erholte sich und behauptete von da an, die Reinkarnation des großen indischen Heiligen Mannes und Wundertäters Sai Baba aus Shirdi zu sein, der 1918 gestorben war. Der echte Sai Baba erlangte dadurch Berühmtheit, daß er Kranke mit Hilfe von Asche aus dem Feuer, das in seiner Moschee brannte, heilen konnte. Satya Sai Baba holt vibuti, heilige Asche, direkt aus der Luft oder aus leeren Urnen und bestreut damit seine Anhänger, um sie von Krankheiten zu befreien.

Als seine übersinnlichen Fähigkeiten zunahmen, wurde Sai Baba zum geistigen Führer erhoben. Seine Macht, Wunder zu vollbringen, trug zur Legendenbildung bei: unter anderem holte er Gold und wertvolle Kunstgegenstände aus heiterem Himmel hervor, entfachte Feuer mit reiner Willenskraft, veranlaßte Blütenblätter dazu, sich zu Wörtern auf dem Boden anzuordnen, kurierte Leute,die von der Schulmedizin als chronisch krank abgeschrieben worden waren und erweckte sogar Tote. Besonders beliebt bei den Touristen, die in Scharen herbeiströmen, um ihn zu sehen, ist ein Souvenirfoto, auf dem sich zufällig und spontan heilige Asche bilden soll.

Berichte über seine Wundertaten verbreiteten sich über die ganze Welt und heute gibt es in Indien mehr als 3.000 Zentren, die sich seinen geistigen Lehren widmen. Unzählige Bücher wurden über sein Leben und seine Wunder verfaßt, einige davon von Skeptikern, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, Sai Baba unglaubwürdig zu machen, aber schließlich zu Zeugen seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten wurden. Sein wichtigster Lebensinhalt, sagt Sai Baba, sei es, die Menschen von Gewalt und Haß zu befreien und Frieden in die Welt zu bringen. Um dies auch weiterhin tun zu können, erwartet er, im nächsten Jahrhundert als Prema Sai wiedergeboren zu werden, wie es in den Upanischaden vor 5600 Jahren vorhergesagt sei.

Kommentar:

Sai Babas angeblich wundersame Kräfte waren über zwanzig Jahre lang intensiven kritischen Überprüfungen unterzogen, und zwar von B. Premand, einem ehemaligen Anhänger, der aber mittlerweile einer von Indiens führenden Rationalisten und einberufender Vorsitzender des Indian Committee for the Investigation of Claims of the Paranormal [Verein zur Untersuchung angeblich paranormaler Vorgänge] ist. Premands Untersuchungen zeigen eindeutig, daß Sai Babas sogenannte Wunder einfache Taschenspielertricks sind, die jeder Zauberkünstler im Repertoire hat, und die sogar auf Videoaufnahmen als solche festgehalten und entlarvt sind.

So zauberte Sai Baba am 29. August 1992 während einer Eröffnungszeremonie eine Goldkette herbei, um sie dem Architekten, der den Gebäudekomplex errichtet hatte, als Geschenk zu überreichen. Als ein Videomitschnitt für das nationale Fernsehen bearbeitet wurde, entdeckte man darauf eine Hand, die die Goldkette unter einem Gedenkstein hervorholte und Sai Baba zusteckte.

Literatur:

Premand, B. Lure of Miracles. 1976.

---------. The Story of Godmen, Gold and Diamond Smuggling. 1981.

---------. Artikel über Sai Baba in Indian Skeptic. Mai, Juni, Juli, August, Oktober und November 1988; Januar und Oktober 1989; April, Oktober und November 1990; April 1993


Die angegebene Literatur kann hier angefordert werden:

Zurück zur Hauptseite.


Obiges liegt ausschließlich in der Verantwortung der unten genannten Person und stellt keine Meinungsäußerung der Universität Regensburg dar

Gerald.Huber@geographie.uni-regensburg.de

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder.

Letzte Änderung: 19 Juni 1997